LK-Journal

Atticode GmbH entwickelte das LK-Journal als Fachapplikation zur Verwaltung von Vermessungsaufträgen des Kantons Basel-Stadt. Durch den Einsatz von Design Thinking in der Konzeptphase und agilen Methoden in der Umsetzung entstand eine effiziente und benutzerfreundliche Anwendung, die sowohl robust als auch vielseitig einsetzbar ist.

LK-Journal steht für Leitungskataster Journal und bildet den Workflow der Kantonalen Vermessung zur Entgegennahme, Eintragung, Vermessung und Zurückmeldung von Aufträgen als Fachapplikation ab. Bei den zu vermessenden Aufträgen handelt es sich jeweils um Leitungen oder Kabel, welche die Anwohnerinnen und Anwohner von Basel-Stadt mit Wasser, Gas, Kabelfernsehen, Strom, Fernwärme, Abwasser usw. versorgen.

LK-Journal

Unser Entwicklungsprozess begann mit einem Kickoff-Meeting, bei dem wir die Planung und Meilensteine des Digitalisierungsprojekts besprochen und die Rollen und Zuständigkeiten definiert haben. Durch die Zerlegung des bestehenden Arbeitsprozesses des LK-Journals in seine Einzelteile und dank einer umfassenden Anforderungsanalyse im Vorfeld waren wir bestens aufgestellt für den Workshop zur Optimierung des neuen Prozesses.

Hierzu setzten wir Design Thinking ein, um sowohl die Problem- als auch die möglichen Lösungsbereiche des Vermessungsprozesses zu erkennen und zu erarbeiten. Design Thinking ist ein kreativer Ansatz zur Lösung komplexer Probleme, bei dem der Fokus auf den Nutzerbedürfnissen und einer iterativen sowie teambasierten Arbeitsweise liegt. Wir analysierten den Ist-Zustand des LK-Journals und stellten uns folgende Fragen: Was kann es, wie fliessen die Daten, welche Status werden verwendet, welche wesentlichen Berechnungen werden durchgeführt und welche Arbeitsschritte können vereinfacht werden. Wir identifizierten auch Stärken und Schwächen des Systems und erarbeiteten Optimierungsmöglichkeiten.

Anschliessend erarbeiteten wir in einem weiteren Workshop einen verbesserten Arbeitsprozess für das LK-Journal. Wir zeichneten den Prozess auf Brownpaper und optimierten ihn, indem wir überflüssige Elemente entfernten oder Abkürzungen im Flussdiagramm verbauten. Dabei wurde im Team viel überlegt, debattiert und alle haben sich eingebracht, um den neuen Prozess mitzugestalten. Wichtig war auch die schrittweise Reduktion auf die minimale Auswahl an möglichen Status, um den Prozess von Vermessungsaufträgen abbilden zu können.

workshop
Impressionen aus den Workshops: Kantonale IT-Mitarbeiter und Vermesser bei der kreativen Arbeit.

Abschliessend gingen wir durch Screenshots der Anwendung und jeder Mitarbeiter konnte seine Eindrücke und Ideen notieren. Vorallem in Bezug auf die Benutzerfreundlichkeit diskutierten wir Pain-Points und Comfort-Points und ermittelten Verbesserungsideen. All diese Erkenntnisse flossen in die Entwicklung des neuen LK-Journals ein.

Nach der umfassenden Analyse des Ist-Zustands und der Anforderungen des Kunden folgte die Erstellung von Wireframes. Wireframes sind schematische Darstellungen respektive vereinfachte Entwürfe von digitalen Produkten. Sie dienen dazu, die grundlegende Struktur und Funktionalität der Applikation darzustellen, ohne zu stark in die visuellen Details zu gehen. Oft werden sie als Skizze oder Blaupause bezeichnet, da sie typischerweise aus einfachen Formen, Linien und Platzhaltern bestehen. Sie ermöglichen es Kunden, Designern und Entwicklern, frühzeitig allfällige Probleme zu erkennen und zu lösen, bevor Design oder Umsetzung weit fortgeschritten ist. Für die Erstellung der Wireframes wurde auf das vorausgehende Feedback und die spezifischen Wünsche des Kunden besonders Wert gelegt.

wireframe

Nachdem die Wireframes vom Kunden freigegeben worden waren, konnte mit der technischen Umsetzung begonnen werden. Für die serverseitige Implementierung im Backend wurde Laravel, ein modernes und leistungsstarkes PHP-Framework verwendet, das speziell für die Entwicklung von Webanwendungen entwickelt wurde. Es zeichnet sich durch eine klare und elegante Syntax aus, die es Entwicklern ermöglicht, schnell skalierbare und robuste Anwendungen zu erstellen.

Um eine zuverlässige Datenverarbeitung zu gewährleisten, wurde das mitgelieferte Eloquent ORM eingesetzt, das optimale SQL-Abfragen ermöglicht. Darüber hinaus wurden Dependencies im Frontend mit NPM (Node Package Manager) und im Backend mit Composer integriert, um sicherzustellen, dass alle erforderlichen Abhängigkeiten vorhanden sind und die Anwendung einwandfrei läuft.

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Tech-Stack: Einige der beim LK-Journal für die technische Implementierung verwendeten Libraries, Frameworks, Programmiersprachen und Tools.

Besonderes Augenmerk wurde auch auf das Design gelegt. Das LK-Journal wurde im Material Design von Google gestaltet und mit CSS3, HTML5 und SASS umgesetzt. Zudem kamen Javascript-Bibliotheken wie jQuery und D3.js zum Einsatz, um interaktive Grafiken und Statistiken zu ermöglichen. Für den automatisierten Build-Prozess zum Kompilieren von SASS und das Bündeln von JavaScript wurde Gulp als Build-Tool eingesetzt.

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts war das Datenbankschema-Design, dessen Normalisierung sowie die Datenmigration in die neue Datenbank. Dabei wurden nicht nur die alten Daten durch ein individuell erstelltes Importscript an das neue Schema angepasst und importiert, sondern auch eine gründliche Datenbereinigung durchgeführt, um Dubletten zu entfernen, fehlerhafte Daten zu korrigieren und eine Standardisierung gemäss den Datentypen der verwendeten Microsoft SQL Datenbank zu gewährleisten.

Das Projekt wurde gemäss agiler Methodik umgesetzt und mit wöchentlichen Sprints geplant. Am Ende jedes Sprints wurde der Fortschritt besprochen und Fragen geklärt. Dank des Kanboards und regelmässiger Meetings zwischen Kunde und Entwicklungsteam konnte das Projekt pragmatisch geplant und mit genügend Spielraum agil umgesetzt werden. Testing-Zyklen und Feedback-Schleifen sorgten dafür, dass das LK-Journal kontinuierlich verbessert und stetig weiter an die Bedürfnisse des Kunden angepasst wurde. Dank der kontinuierlichen Teillieferungen durch das Autodeployment wurden Updates schnell und einfach aufgespielt, ohne dass Entwicklung oder Testing unterbrochen werden mussten.

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Statusübersicht auf dem grossen Display im Vermessungsbüro: Ein Blick aufs Dashboard genügt, um die aktuelle Auftragslage zu erkennen.

Das LK-Journal nutzt zur Authentifizierung das LDAP ActiveDirectory (AD) des Kantons und ist damit an die etablierte und sichere Standardlösung von Microsoft angebunden. Mithilfe des AD können Benutzergruppen mit spezifischen Rechten an User zugewiesen werden, was die Benutzerverwaltung für den Systemadministrator vereinfacht. Dadurch können Berechtigungen schnell und einfach angepasst werden, was insbesondere in grösseren Organisationen von Vorteil ist.

Die Fachapplikation generiert Dokumente im Excel- oder PDF-Format zur Ablage oder Weiterreichung, wie beispielsweise die Mutationsbelege für Vermessungsaufträge oder automatisch generierte E-Mails mit Abschlussinformationen an den auftraggebenden Kunden.

Ob im Büro oder im Feld, das LK-Journal ist für die mobile Nutzung optimiert und auf Tablets der Vermesser abgestimmt. So können Informationen jederzeit und überall eingesehen und bearbeitet werden.

tablet
Ein Vermesser mit seinem Tablet bei der Arbeit: Das LK-Journal ist auch auf der Baustelle immer zur Hand.

Nach erfolgreicher Umsetzung des LK-Journals im Jahr 2017 wurden Schulungen für die Anwender durchgeführt, um die neuen Funktionen und Abläufe zu vermitteln. Dabei wurde auch ein Support-Konzept erstellt, um bei auftretenden Problemen schnell Hilfe leisten zu können. Das Feedback der Anwender war sehr positiv, insbesondere die optimierte Darstellung auf mobilen Plattformen und die verbesserte Benutzeroberfläche wurden gelobt.

Das LK-Journal war nicht nur ein erfolgreiches Digitalisierungsprojekt, sondern auch ein Beispiel dafür, wie durch eine agile Projektumsetzung und eine enge Zusammenarbeit mit dem Kunden ein optimales Ergebnis erreicht werden kann. Die Verwendung von Open-Source-Software und die Containerisierung auf einem Kubernetes-Cluster trugen zur Flexibilität und Skalierbarkeit der Lösung bei.

Dank des LK-Journals konnte die kantonale Vermessung ihre Arbeitsabläufe optimieren, Zeit und Kosten sparen und eine höhere Effizienz erzielen. Das Projekt war ein voller Erfolg und wird auch in Zukunft weiterentwickelt, um den sich stetig ändernden Anforderungen der Nutzer gerecht zu werden.

Zögern Sie nicht und kontaktieren Sie uns noch heute, um mehr darüber zu erfahren, wie das LK-Journal Ihre Vermessungsarbeit revolutionieren kann.

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Rafael Elia

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